Kommentar zur Gemeinderatssitzung am 23.10.2006

August 16, 2007

Ein äußerst interessanter Zwischenbericht über die Entwicklung eines neuen Ruster Tourismusleitbildes wurde von Hr. Holzner, Fa. Marktconsult, dem Gemeinderat und den anwesenden Bürgern vorgestellt.
Auch wenn es manch einem zu viele Anglizismen und Fachbegriffe enthielt, waren doch die Kernaussagen deutlich: Rust hat seinen Zenit erreicht. Es muss etwas Neues passieren, sonst gerät Rust ins touristische Abseits. Klingt absurd – in einer Gemeinde mit mehreren Millionen Besuchern im Jahr gerät man ins touristische Abseits aufgrund „flach wachsender Besucherfrequenzen der Destination Rust“.
Nichtsdestotrotz haben sich eine paar „Tourismusprofiteure“ in bereits vier Sitzungen zum Brainstorming getroffen und sich die teils unerwarteten Ausführungen angehört und verarbeitet. Ein immerhin über 70 Seiten starker und inhaltsvoller Bericht kam zustande.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Rust hat Defizite im Bereich Management, Infrastruktur, Verkehr und Kommunikation – dies selbstverständlich nur auf den Tourismus bezogen.
Interessant war auch das Ergebnis der Fragebogenumfrage. Falsch, nicht das Ergebnis sondern die Beteiligung war interessant. 247 Ruster Unternehmen wurden angeschrieben. Ein großes Lob an unsere Unternehmerschaft: 49% der Befragten haben ihren Fragebogen ausgefüllt. Zusätzlich wurden über 3000 Ruster Einwohner aufgefordert an der Internetbefragung teilzunehmen. Ein großes Lob an unsere Bürgerschaft: 39 Fragebögen wurde ausgefüllt……..

Nein, das ist nicht wenig, das ist viel! 0,8% Rücklauf ist bereits repräsentativ laut Hr. Holzner. Die Sonntagsfrage „Welche Partei würden Sie wählen, wenn am Sonntag Bundestagswahlen wären?“ wird schließlich nicht von 80 Millionen Bundesbürgern beantwortet, sondern nur von ein paar tausend! Wir erinnern uns an die letzte Bundestagswahl – die Hochrechnungen eine Woche vor der Wahl gingen sehr deutlich in eine andere Richtung.

Auf die weitere Entwicklung des neuen Tourismusleitbildes können wir also gespannt sein.


Gedanken zu Sitzung

August 16, 2007

In nichtöffentlichen Sitzungen werden folgenreiche Beschlüsse gefasst. So auch ein Beschluss in der Sitzung vom 9. Oktober 2006 der nur mit diesen knappen Worten offen gelegt wurde.

Erst auf Antrag des Gemeinderates Schwörer will der Bürgermeister den Bürgern am 6.11. dann doch mal die "Grundzüge der Überlegungen" erläutern.

Während wohl andernorts bereits seit Monaten konkrete Pläne auf dem Tisch liegen, wird die Bevölkerung nur Häppchenweise abgespeist und mit vorsichtigen Umschreibungen hingehalten. Der Presse wurde auch noch keine Freigabe erteilt.

Von Seiten der öffentlichen Verwaltung läuft alles unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit ab. Doch derweil spricht der Unternehmer zwecks Mitarbeitermotivation von großen Plänen, mit großen Zahlen (ca. 5-6 Hektar). Ackerlandbesitzer erhalten Angebote. Vermessungsfirmen sind längst zu Gange. Die Gerüchteküche kocht...

Alles deutet darauf hin, dass die geplanten Maßnahmen weitreichend und gravierend für die Gemeinde sein könnten.

Trotzdem hält man es nicht für nötig die Bevölkerung rechtzeitig zu informieren. Das ist die gewohnte Strategie. Wie immer in der Vergangenheit wird man vor vollendete Tatsachen gestellt, werden Bauanträge erst dann gestellt, wenn bereits die die Bagger rollen und die Lieferanten beauftragt sind.

Mit Sicherheit wird der ein oder andere Entscheidungsträger am Ratstisch hinterher - wenn die riesige Erweiterungsfläche mit lauten Großattraktionen gefüllt ist - wieder sagen: " Wenn ich das gewusst hätte, ..." Aber dann ist es endgültig zu spät für unser Dorf!